Behandlung von Brustkrebs

Qualitätsindikatoren Behandlung von Brustkrebs

Indikatoren Was wird gemessen? Qualitätsziel Beschreibung des Indikators
HER2/neu-Positivrate alle Patienten Mit diesem Indikator wird ermittelt, ob die Untersuchung der Wirksamkeit der medikamentösen Therapie durchgeführt wurde und ein systematischer Fehler bei der Bestimmung des HER2/neu-Status ausgeschlossen werden kann. Angemessene Rate 15% bis 20% der Brustkrebspatientinnen haben auf der Zelloberfläche der Krebszellen Rezeptoren, HER2/neu-Rezeptoren, die durch einen Wachstumsfaktor zur ständigen Teilung stimuliert werden. Mit Medikamenten kann die Überstimulation der Krebszellen und somit auch deren Wachstum gehemmt werden. Mit dieser medikamentösen Therapie können die Rückfallquote und die Sterblichkeit deutlich gesenkt werden. Voraussetzung ist, dass die Tumorzellen tatsächlich diesen Wachstumsfaktor haben. Um dies festzustellen, wird das Tumorgewebe untersucht. Nur ein dreifach positives Untersuchungsergebnis ist ausreichend, um eine Indikation für die Durchführung einer medikamentösen Therapie zu stellen.
O/E Angegeben ist das Verhältnis von beobachteter zu erwarteter Rate an Komplikationen. Je niedriger, desto besser Für jeden Eingriff gibt es eine zu erwartende Komplikationsrate (E). Ermittelt wird die Rate an Komplikationen, die erreicht worden wäre, wenn das Krankenhaus bezüglich aller berücksichtigten Risikofaktoren wie beispielsweise Alter, Schwere der Erkrankung und Begleiterkrankungen denselben „Patientenmix“ gehabt hätte, wie alle anderen Kliniken. Die tatsächlich auftretende, beobachtete Rate (O) kann von der erwarteten Rate abweichen. Idealerweise sollte die beobachtete Rate kleiner als die erwartete Rate sein.
Indikation zur Sentinel-Lymphknoten-Biopsie Ermittelt wird, bei wie vielen Patientinnen eine Biopsie der Sentinel-Lymphknoten durchgeführt wurde. Je höher, desto besser Die ersten Lymphknoten im Lymphabfluss eines Tumors werden als „Wächterlymphknoten“ (Sentinel-Lymphknoten) angesehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie als erste von Tumorzellen befallen werden, ist sehr hoch. Daher untersucht man gezielt diese Lymphknoten feingeweblich, um zu klären, ob diese befallen sind.
Intraoperatives Präparatröntgen oder intraoperativer Ultraschall bei Drahtmarkierung  bei mammographischer Drahtmarkierung Dieser Indikator misst, bei wie vielen Operationen eine Markierung des auffälligen Gewebes mit Draht und anschließender Röntgenkontrolle während der Operation erfolgt ist. Je höher, desto besser Wenn durch eine Röntgenuntersuchung oder eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) unklare Veränderungen der Brust entdeckt wurden, die nicht tastbar sind, werden diese kurz vor einer Operation durch den Röntgenarzt markiert. Anhand dieser Markierungen, in der Regel kleine Metalldrähte, weiß der Operateur, welches Gewebe er entfernen muss. Um Gewissheit zu bekommen, dass der auffällige Bereich auch vollständig entfernt wurde, wird während der Operation erneut geröntgt bzw. eine Sonographie durchgeführt. Die Aufnahmen vor und nach dem Eingriff werden miteinander verglichen. 
bei sonographischer Drahtmarkierung Dieser Indikator misst, bei wie vielen Operationen eine Markierung des auffälligen Gewebes mit sonographischer Kontrolle während der Operation erfolgt ist. Je höher, desto besser
Lymphknotenentnahme bei DCIS und brusterhaltender Therapie Dieser Indikator zeigt die Rate von Lymphknotenentfernungen in frühen Stadien des Brustkrebses und bei brusterhaltender Therapie an. Je niedriger, desto besser Bei den meisten Frauen mit DCIS (Ductale Carcinoma in situ), einer Vorstufe des Brustkrebses, wird eine brusterhaltende Operation durchgeführt. Die Entnahme von Lymphknoten aus der Achselhöhle ist meist nicht erforderlich.
Prätherapeutische histologische Diagnosesicherung  Angegeben ist, bei wie vielen Patientinnen vor der Operation eine feingewebliche Untersuchung durchgeführt wurde. Je höher, desto besser Bei möglichst vielen Patientinnen sollte bereits im Vorfeld einer Operation geklärt sein, ob eine feingewebliche (histologische) Untersuchung den Verdacht auf auffälliges Gewebe bestätigt hat. 
Ermittelt wird, bei wie vielen Patientinnen vor der Operation eine feingewebliche Untersuchung erfolgte. Je höher, desto besser
Primäre Axilladissektion bei DCIS Angezeigt ist die Rate von Lymphknotenentfernungen im Vorstadium des Brustkrebses. Je niedriger, desto besser Im Frühstadium des Brustkrebses (z. B. DCIS) kann auf die Entfernung der Lymphknoten aus der Achselhöhle (Axilladissektion) verzichtet werden. In diesen Fällen ist der Befall der Lymphknoten sehr unwahrscheinlich. Eine Entfernung der Lymphknoten würde für die Patientin Nachteile, wie beispielsweise Wasseransammlungen im Arm (Ödeme) oder Bewegungseinschränkungen, mit sich bringen. Somit ist in frühen Brustkrebsstadien eine möglichst geringe Rate von Lymphknotenentfernungen anzustreben.
Zeitlicher Abstand  von unter 7 Tagen zwischen Diagnose und Operation Dargestellt wird, bei wie vielen Patientinnen ein zeitlicher Abstand zwischen der Diagnose und der Operation von unter 7 bzw. über 21 Tagen bestand.  Je niedriger, desto besser Die Diagnose Brustkrebs ist sowohl für die Betroffenen wie auch ihre Angehörigen sehr belastend. Sie wird häufig als lebensbedrohend empfunden. Viele Patientinnen befürchten, dass ein Warten auf den Beginn der Therapie ihre Heilungschancen vermindert. Vor dem Hintergrund dieser psychisch sehr belastenden Situation wünschen viele Frauen einen möglichst frühzeitigen Operationstermin. Trotz dieses Wunsches sollten sich die Betroffenen jedoch die Zeit nehmen, sich umfassend über die Erkrankung und die unterschiedlichen Behandlungsverfahren sowie deren Vor- und Nachteile zu informieren, sich mit Freunden und Angehörigen zu beraten sowie ggf. die Meinung eines weiteren Arztes (Zweitmeinung) einzuholen. Gemeinsam mit den behandelnden Ärzten sollte festgelegt werden, wie es weitergehen soll. Medizinisch spielen dabei einige Tage Abstand zwischen der Diagnose und der Operation keine wesentliche Rolle. 
von über 21 Tagen zwischen Diagnose und Operation
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Ergebnisse der Asklepios-Gruppe 2015: Behandlung von Brustkrebs

Indikatoren Referenzbereich/Einheit Bundesrate 2015 Asklepios Gesamtrate Status Germersheim Goslar Hamburg-Barmbek Hamburg-Harburg Hamburg-Nord Kandel Langen Lich Oschatz Parchim Pasewalk Schwedt Sebnitz Waren* Weißenfels
Fallzahl 54 233 145 63 23 82 267 142 65 41 62 56 140 93 345
Prätherapeutische histologische Diagnosesicherung 96,75 >= 90,00 % 93,92 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 52,00 98,11 96,97 88,37 94,74 96,83 96,39 100,00 100,00 100,00 81,58 92,50 97,20 69,39 94,95
HER2/neu-Positivitätsrate Patienten mit HER2/neu-positiven Befunden 13,92 nicht definiert % 14,29 Referenzbereich nicht definiert 33,33 14,08 16,67 20,00 29,41 25,00 12,95 13,79 17,78 3,70 0,00 14,29 14,86 0,00 16,03
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) an HER2/neu-positiven Befunden 0,91 nicht definiert % 0,95 Referenzbereich nicht definiert 1,77 0,88 1,18 1,29 2,18 1,52 0,81 0,98 1,20 0,25 0,00 1,21 0,92 0,00 1,15
Intraoperatives Präparatröntgen oder intraoperative Präparatsonografie bei mammografischer Drahtmarkierung 97,74 >= 95,00 % 93,56 Ergebnis außerhalb des Referenzbereiches 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 98,15 100,00 100,00 100,00 85,71 67,86 94,74 100,00 92,59
bei sonografischer Drahtmarkierung 80,66 >= 95,00 % 86,87 Ergebnis außerhalb des Referenzbereiches 100,00 100,00 84,00 20,00 100,00 100,00 89,86 97,50 100,00 31,25 - - 100,00 29,17 98,84
Primäre Axilladissektion bei DCIS 0,15 = 0,00 % 0,00 Sentinel Event - 0,00 0,00 0,00 - 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Lymphknotenentnahme bei DCIS und brusterhaltender Therapie 11,62 <= 20,75 % 14,89 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches - 9,09 0,00 0,00 - 33,33 25,00 0,00 0,00 33,33 33,33 0,00 14,29 33,33 19,23
Indikation zur Sentinel-Lymphknoten-Biopsie 94,91 >= 90,00 % 94,81 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 80,00 98,81 100,00 90,48 87,50 82,76 89,47 100,00 100,00 85,71 88,89 100,00 100,00 78,26 98,85
Zeitlicher Abstand zwischen Diagnose und Operationsdatum unter 7 Tage 7,51 <= 28,44 % 6,56 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 18,18 4,65 1,22 18,18 5,56 22,03 3,45 6,45 0,00 11,11 3,57 0,00 12,24 36,67 0,59
über 21 Tage 33,12 nicht definiert % 37,23 Referenzbereich nicht definiert 45,45 37,21 29,27 9,09 27,78 15,25 33,62 31,18 6,98 14,81 17,86 57,14 25,51 26,67 60,59