Neonatologie

Qualitätsindikatoren Neonatologie

Indikatoren Was wird gemessen? Qualitätsziel Beschreibung des Indikators
Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) bei sehr kleinen Frühgeborenen Mit diesem Indikator wird gemessen, wie häufig eine Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) bei sehr kleinen Frühgeborenen aufgetreten ist. Je niedriger, desto besser Die Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) ist eine Lungenerkrankung, die mit Gewebeveränderungen der Lungenbläschen, der Lungenschleimhaut und der Lungengefäße einhergeht. Sie wird meist durch Unreife des Lungengewebes und/oder eine längere künstliche Beatmung verursacht und tritt häufig bei Frühgeborenen auf, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden. In Folge der Erkrankung kann es zu verringerter Lungenbelüftung und zu Atemnot kommen.
Höhergradige Frühgeborenenretinopathie (ROP) bei sehr kleinen Frühgeborenen Dieser Indikator zeigt an, bei wie vielen der versorgten Frühgeborenen eine Frühgeborenenretinopathie (ROP) aufgetreten ist. Je niedriger, desto besser Die Frühgeborenenretinopathie (ROP), eine Netzhauterkrankung der Augen, entsteht aufgrund einer schwankenden Sauerstoffversorgung der Netzhaut bei Frühgeborenen. Sie kann auch durch eine länger anhaltende Sauerstofftherapie entstehen. Die Netzhaut des Auges ist erst in der 36. bis 40. Schwangerschaftswoche vollständig entwickelt. Eine ROP kann zu einer Erblindung oder einem hochgradigen Sehverlust im Kindesalter führen.
Intra- und periventrikuläre Hirnblutung (IVH Grad 3 oder PVH) bei sehr kleinen Frühgeborenen Der Indikator gibt an, bei wie vielen Frühgeborenen eine schwere Hirnblutung aufgetreten ist. Je niedriger, desto besser Die Blutgefäße eines Neugeborenen sind noch instabil. Unter den Belastungen der Geburt kann es zu Blutungen innerhalb des Gehirns kommen. Dabei werden große Teile der Hirnkammern und/oder des umgebenden Gewebes in Mitleidenschaft gezogen. Die Schwere der jeweiligen Blutung wird in verschiedene Grade unterteilt. IVH Grad 3 und PVH stellen die schwersten Grade einer solchen Blutung dar. Blutungen dieses Schweregrades können bei Frühgeborenen neurologische Folgekrankheiten verursachen oder enden tödlich.
Nekrotisierende Enterokolitis (NEK) mit Operation Ermittelt wird, wie viele Frühgeborene mit einer NEK operiert wurden. Je niedriger, desto besser  Die Nekrotisierende Enterokolitis (NEK) ist eine schwerwiegende Darmerkrankung von Frühgeborenen. Die Entstehung einer NEK wird durch mulitfaktorielle Ursachen begünstigt. Dazu zählen beispielsweise ein Volumenmangelschock, ein Atemnotsyndrom, eine entwicklungsbedingte Unreife des Darms und damit der Verdauungsfunktion, Störungen der Durchblutung und der Immunabwehr oder eine im Krankenhaus erworbene Infektion.
Qualitätsindex der Frühgeborenenversorgung Der Qualitätsindex zeigt an, ob bei den versorgten Frühgeborenen mehrere Komplikationen gleichzeitig auftraten. Je niedriger, desto besser Für Frühgeborene (24.-32. Schwangerschaftswoche) oder mit einem geringen Geburtsgewicht (< 1.500 Gramm) ist die Einschätzung der Versorgungsqualität nur schwer möglich. Deshalb wird für die Einschätzung ein Qualitätsindex herangezogen. In diesen Index werden verschiedene Indikatoren, wie beispielsweise die Sterblichkeit, Hirnblutungen, die Frühgeborenenretinopathie (ROP) etc., einbezogen.
 Sterblichkeit alle sehr kleinen Frühgeborenen Dargestellt wird, wie viele sehr kleine Frühgeborene verstarben.  Je niedriger, desto besser Eine Geburt wird nach bestimmten Risikofaktoren eingestuft, wie zum Beispiel Frühgeburtlichkeit oder niedriges Geburtsgewicht. Treten diese Faktoren ein, spricht man von einer Risiko-Lebendgeburt. Die Sterblichkeit hängt von dem Vorhandensein und der Ausprägung verschiedener Risikofaktoren ab.
bei Risiko-Lebendgeburten Angegeben ist hier, wie viele der versorgten Frühgeborenen verstarben.
bei Risiko-Lebendgeburten ohne zuverlegte Kinder Ausgewiesen wird hier die Sterblichkeitsrate für die Frühgeborenen, die in der betreffenden Klinik zur Welt kamen. Kinder, die aus anderen Krankenhäusern überwiesen wurden, sind hier nicht berücksichtigt. Als sehr kleine Frühgeborene gelten Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm und einer Geburt zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche.
Temperatur bei Aufnahme  Aufnahmetemperatur unter 36,0 Grad Der Indikator zeigt an, wie viele der in die Frühgeborenen-Station (Neonatologie) aufgenommenen Frühgeborenen eine zu niedrige oder zu hohe Körpertemperatur aufwiesen bzw. die Aufnahmetemperatur nicht angegeben war. Je niedriger, desto besser  Neugeborene können ihre Körpertemperatur, anderes als Erwachsene, nicht selbstständig regulieren. Vor allem Frühgeborene sind durch ihre „Unreife“ der Gefahr des Wärmeverlustes ausgesetzt. Das Einhalten einer gewissen Körpertemperatur hat Einfluss auf die spätere Entwicklung der Kinder. Um bei der Aufnahme auf die Frühgeborenenstation (Neonatologie) entscheiden zu können, ob das Frühgeborene gewärmt werden muss, muss die Körpertemperatur des Frühgeborenen bekannt sein. 
Aufnahmetemperatur nicht angegeben
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O/E) Sterblichkeit bei Risiko-Lebendgeburten Angegeben ist hier das Verhältnis von beobachteter zu erwarteter Rate an Komplikationen. Je niedriger, desto besser Auch bei der Versorgung von Frühgeborenen lässt sich eine erwartete Rate an Komplikationen ermitteln. Die tatsächlich auftretenden Komplikationen (beobachtete Rate) sollten geringer ausfallen als erwartet.
Sterblichkeit bei Risiko-Lebendgeburten (ohne Kinder, die aus einem anderen Krankenhaus aufgenommen wurden)
Hirnblutungen bei sehr kleinen Frühgeborenen (IVH Grad 3 oder PVH)
Zystische Periventrikuläre Leukomalazie (PVL) bei sehr kleinen Frühgeborenen
Höhergradige Frühgeborenenretinopathie (ROP) bei sehr kleinen Frühgeborenen
Bronchopulmonale Dysplasien (BPD) bei sehr kleinen Frühgeborenen
sehr kleine Frühgeborene
Nekrotisierende Enterokolitis (NEK) mit Operation
Zystische Periventrikuläre Leukomalazie (PVL) bei sehr kleinen Frühgeborenen Dargestellt ist hier, bei wie vielen Frühgeborenen eine Zystische Periventrikuläre Leukomalazie (PVL) aufgetreten ist. Je niedriger, desto besser 3 bis 6 Prozent der Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm erleiden aufgrund einer Mangeldurchblutung eine Zerstörung der weißen Substanz des Gehirngewebes (Periventrikuläre Leukomalazie, PVL). Die Mangeldurchblutung kann beispielsweise durch Entzündungen des Fruchtwassers während der Schwangerschaft, Infektionen oder durch eine längere Beatmungstherapie des Frühgeborenen mit hohem Sauerstoffgehalt verursacht sein.
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Ergebnisse der Asklepios-Gruppe 2015: Neonatologie

Indikatoren Bundesrate 2015 Referenzbereich/ Einheit Asklepios Gesamtrate Status Hamburg-Barmbek Hamburg-Nord Parchim Pasewalk Schwedt St. Augustin Waren* Weißenfels
Fallzahl 401 258 52 87 114 473 76 146
Sterblichkeit bei Risiko - Lebendgeburten Sterblichkeit bei Risiko-Lebendgeburten 0,87 nicht definiert % 1,43 Referenzbereich nicht definiert 2,01 0,78 0,00 0,00 0,00 2,77 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) an Todesfällen bei Risiko-Lebendgeburten 1,00 <= 2,29 1,28 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 1,22 0,97 0,00 0,00 0,00 1,66 0,00 0,00
Sterblichkeit bei Risiko-Lebendgeburten ohne zuverlegte Kinder ohne zuverlegte Kinder 0,79 nicht definiert % 1,41 Referenzbereich nicht definiert 2,02 0,80 0,00 0,00 0,00 2,97 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) an Todesfällen bei Risiko-Lebendgeburten ohne zuverlegte Kinder 1,03 <= 3,00 1,41 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 1,13 1,04 0,00 0,00 0,00 2,33 0,00 0,00
Sterblichkeit bei sehr kleinen Frühgeborenen ohne zuverlegte Kinder 4,21 nicht definiert % 6,79 Referenzbereich nicht definiert 8,05 8,00 - - 0,00 4,35 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) bei sehr kleinen Frühgeborenen ohne zuverlegte Kinder 1,01 nicht definiert 1,25 Referenzbereich nicht definiert 1,19 1,71 - - 0,00 1,18 0,00 0,00
Intra- und periventrikuläre Hirnblutung (IVH Grad 3 oder PVH) Intra- und periventrikuläre Hirnblutung (IVH Grad 3 oder PVH) bei sehr kleinen Frühgeborenen ohne zuverlegte Kinder 4,04 nicht definiert % 6,79 Referenzbereich nicht definiert 6,90 4,00 - - 0,00 8,70 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) an Hirnblutungen (IVH Grad 3 oder PVH) bei sehr kleinen Frühgeborenen 0,94 nicht definiert 1,27 Referenzbereich nicht definiert 1,06 0,96 - - 0,00 2,10 0,00 0,00
Nekrotisierende Enterokolitis (NEC) Nekrotisierende Enterokolitis (NEC) mit Operation bei sehr kleinen Frühgeborenen 1,23 nicht definiert % 0,62 Referenzbereich nicht definiert 0,00 4,00 - - 0,00 0,00 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E)an Nekrotisierenden Enterokolitiden (NEC) bei sehr kleinen Frühgeborenen 1,17 nicht definiert 0,47 Referenzbereich nicht definiert 0,00 4,12 - - 0,00 0,00 0,00 0,00
Zystische Periventrikuläre Leukomalazie (PVL) Zystische Periventrikuläre Leukomalazie (PVL) bei sehr kleinen Frühgeborenen ohne zuverlegte Kinder 1,47 nicht definiert % 0,66 Referenzbereich nicht definiert 0,00 0,00 - - 0,00 2,27 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) an Zystischen Periventrikulären Leukomalazien (PVL) bei sehr kleinen Frühgeborenen 0,91 nicht definiert 0,38 Referenzbereich nicht definiert 0,00 0,00 - - 0,00 1,30 0,00 0,00
Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) bei sehr kleinen Frühgeborenen ohne zuverlegte Kinder 8,24 nicht definiert % 6,29 Referenzbereich nicht definiert 7,69 8,70 - - 0,00 2,63 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O/E) an Bronchopulmonalen Dysplasien (BPD) bei sehr kleinen Frühgeborenen 0,90 nicht definiert 0,59 Referenzbereich nicht definiert 0,60 1,00 - - 0,00 0,31 0,00 0,00
Höhergradige Frühgeborenenretinopathie (ROP) Höhergradige Frühgeborenenretinopathie (ROP) bei sehr kleinen Frühgeborenen ohne zuverlegte Kinder 3,79 nicht definiert % 5,43 Referenzbereich nicht definiert 6,06 0,00 - - - 6,82 - 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) an Höhergradigen Frühgeborenenretinopathien (ROP) bei sehr kleinen Frühgeborenen 0,97 nicht definiert 1,28 Referenzbereich nicht definiert 1,11 0,00 - - - 2,13 - 0,00
Qualitätsindex der Frühgeborenenversorgung 0,97 <= 1,71 % 1,06 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 0,90 1,30 - - 0,00 1,50 0,00 0,00
Nosokomiale Infektionen Kinder mit Nosokomialen Infektionen pro 1.000 Behandlungstage ohne zuverlegte Kinder 0,91 nicht definiert 1,16 Referenzbereich nicht definiert 2,56 1,43 0,00 0,00 0,00 0,00 1,72 0,57
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) an Kindern mit nosokomialen Infektionen pro 1.000 Behandlungstage ohne zuverlegte Kinder 0,91 <= 3,15 1,03 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 1,59 1,38 0,00 0,00 0,00 0,00 3,22 1,40
Anzahl nosokomialer Infektionen pro 1.000 Behandlungstage ohne zuverlegte Kinder 1,11 nicht definiert 1,38 Referenzbereich nicht definiert 3,01 1,90 0,00 0,00 0,00 0,00 1,72 0,57
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) der Anzahl nosokomialer Infektionen pro 1.000 Behandlungstage ohne zuverlegte Kinder 0,93 <= 2,90 1,00 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 1,47 1,53 0,00 0,00 0,00 0,00 2,89 1,28
Pneumothorax Pneumothorax bei beatmeten Kindern 4,05 nicht definiert % 4,25 Referenzbereich nicht definiert 3,31 6,38 0,00 7,14 0,00 4,40 0,00 0,00
Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O / E) bei beatmeten Kindern mit Pneumothorax ohne zuverlegte Kinder 0,84 <= 1,92 0,82 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 0,60 1,37 0,00 1,86 0,00 0,80 0,00 0,00
Zunahme des Kopfumfangs 14,62 nicht definiert % 11,44 Referenzbereich nicht definiert 8,26 15,38 0,00 0,00 33,33 15,48 0,00 0,00
Durchführung eines Hörtests 96,67 >= 95,00 % 96,75 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 98,15 97,18 100,00 96,47 100,00 92,75 98,59 99,31
Temperatur bei Aufnahme Aufnahmetemperatur unter 36,0 Grad 4,49 <= 9,47 % 2,75 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 4,28 0,39 11,54 2,30 2,63 2,78 0,00 1,37
Aufnahmetemperatur nicht angegeben 1,63 <= 7,47 % 0,56 Ergebnis innerhalb des Referenzbereiches 0,25 0,00 0,00 0,00 0,00 0,43 3,95 0,00